Elektronischer Gig nach der letzten Session

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Letzte Session an einem langen Tag, und dann? Durchatmen…was trinken…und Musik wäre auch schön. Was für Musik denn? Musik, die passt, die einfach DA ist. So kamen wir auf  E Jugend, denn deren Klang ist irgendwie elementar. Oder wie es ein Vertreter der ausländischen Musikpresse beschrieben hat: „Cascading water, wind whipping around drooping palms, E Jugend plays like this, with a dense flow of musical current.“

Nein.  Es muss nicht immer verzeitgeistigtes Geblubber sein welches aus den Lautsprechern quillt. Es muss auch nicht immer der großkotzig-herablassende Pathos sein, der Ohren und Sinne lähmt und verdirbt.

Eigentlich braucht es nur Klang um Köpfe zu füllen, es benötigt ausschließlich Sound um  assoziative Brücken zu bauen und bestenfalls Interesse an der Materie zu erwecken. Durch die Reduktion auf den Klang (resp. das Geräusch) entfaltet sich der Narrativ, durch Experimentierfreude und Humor erschließt sich die lebendige Wechselwirkung von Ästhetik und Alltag. Zumindest bei E Jugend.

Zwei, die mit und ohne „richtige“ Instrumente können

Das Duo beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten  (3 Alben, 1 EP und einem Livetape) mit Form und Funktion, mit „Set & Setting“  bzw. mit Pop und Kunst. Natürlich beziehen auch sie sich auf einen bestimmten Kulturkanon: Improvisation, Krautrock, Drone, Ambient, Postrock, Noise, Klassik und Musique Concréte. Doch diesen Zutaten wird mit der typischen E Jugend Binnendynamik sorgfältig Leben eingehaucht, sie werden zerrieben oder aufgetürmt, geschliffen und poliert ohne einfach als amateurhafter Zitatzierrat mit dem Nerd/Connaiseur-Fähnchen zu wedeln.

Am Freitag, ab ca. 21 Uhr im Cafe Roland, raus aus dem EMMA, über die Straße, rein ins Roland. Durchatmen, Drink in die Hand, der Klang ist schon da.